Ultraschall-Chirurgie - Piezochirurgie

Die Anwendung von Ultraschall in der Chirurgie ist eines der innovativsten Verfahren in der Humanmedizin. Die Operationsverfahren der Ultraschallchirurgie finden in der Tiermedizin bis heute kaum Anwendung.

Unter Ultraschall versteht man eine Welle von mechanischer Energie, die sich mit einer spezifischen Frequenz in Medien wie z.B. Luft, Wasser oder Gewebe ausbreitet. Die Frequenz von Ultraschall liegt in der Regel über 20.000 Schwingungen (20 kHz) pro Sekunde und damit außerhalb der menschlichen Hörschwelle. Bei chirurgischen Anwendungen wird die Energie des Ultraschalls über eine Klinge auf das Körpergewebe übertragen. Abhängig von der Art des Gewebes und der Frequenz des chirurgischen Ultraschalls kommt es zu unterschiedlichen Auswirkungen. Dichtes Gewebe wie z.B. Knochen wird nur bei niedrigen Frequenzen abgetragen, Weichteilgewebe hingegen nur bei höheren Frequenzen beeinflusst.

Für die verschiedenen Indikationen stehen uns die folgenden unterschiedlichen chirurgischen Ultraschallsysteme zur Verfügung:

Ultracision Harmonic Scalpel:

Dieses System arbeitet mit hoher Ultraschallfrequenz (55,5 kHz) und eignet sich demzufolge für den Einsatz in der Weichteilchirurgie. Der Vorteil besteht in einer schonenden Schnittführung mit gleichzeitiger Blutstillung. Wir wenden dieses System sowohl in der "normalen" Chirurgie als auch bei endoskopischen Operationen (z.B. endoskopische Kastration bei der Hündin) an. Durch die gewebeschonenden Eigenschaften wird die Heilung günstig beeinflusst.

PiezoTome:

Dieses Ultraschallsystem arbeitet mit einer niedrigen Ultraschallfrequenz (22,5 kHz) und ist ausschließlich für die Knochenchirurgie geeignet. Es kann mit diesem Ultraschallskalpell selektiv und sehr präzise Kochen geschnitten werden ("selective cut"). Der niederfrequente Ultraschall hat keine schädigende Wirkung auf das umliegende Weichteilgewebe. Diese Eigenschaften gewährleisten vor allem bei Wirbelsäulen- und Bandscheibenoperationen ein Höchstmaß an Sicherheit, da die Gefahr der Schädigung von Gefäßen, Nerven und Rückenmark äußerst gering ist. Auch hier kommt es zu einer Verringerung der Blutungsneigung und damit zu optimalen Sichtverhältnissen während des chirurgischen Eingriffs.



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CUE -Teilgelenksprothese bei Arthrose im Ellenbogen

Das CUE System wurde zur Behandlung der Medial Compartment Disease (MCD) entwickelt. Als MCD bezeichnet man eine Gelenkerkrankung des Ellenbogens beim Hund, bei der es zu arthrotischen Veränderungen und schließlich zum Verlust von Knorpel an den Gelenkflächen der Elle und des inneres Rollkamms des Oberarmknochens kommt. Schließlich reibt dann "Knochen-auf-Knochen", die daraus resultierenden Schmerzen sind eine der häufigsten Ursachen für eine Lahmheit der Vordergliedmaße beim Hund. Bisher gibt es keine Behandlungsoption, die zu einer vollständigen und anhaltenden Wiederherstellung der Gelenkfunktion führt und gleichzeitig mit einer geringen Komplikationsrate verbunden ist.

Bei dem in den USA entwickelten neuen OP Verfahren CUE werden in die betroffenen Gelenkflächen des Ellenbogens künstliche Gleitlager implantiert, so dass die Reibung der Knochenflächen verhindert wird. Durch Verwendung von Implantaten aus hochmolekularem Polyethylen (Ulna) und Kobalt-Chrom (Humerus) ergeben sich bestmögliche Gleiteigenschaften.
Es handelt sich um eine unzementierte und knochensparende operative Versorgung und bietet kontinuierlichen Implantatkontakt über den gesamten Bewegungsbereich des Ellenbogengelenks.

Das CUE-Verfahren darf ausschließlich durch entsprechend zertifizierte Tierärzte angewendet werden. Unsere Klinik ist eine der wenigen Einrichtungen in Deutschland, die für diese neue OP Methode zertifiziert ist.



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Blutspende

Blutspende kann Leben retten! Dies gilt auch für unsere vierbeinigen Freunde. Wir suchen zur Unterhaltung unserer Blutbank ständig Hunde, die regelmäßig, aber auch im Notfall auf Abruf zur Blutspende bereit sind. Sollten die körperlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllt sein steht einer Registrierung in unsere Blutspenderkartei nichts entgegen. Details erläutern wir gerne in einem Gespäch vor Ort.

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Narkose

Wie in der Humanmedizin ist mit jeder Narkose ein gewisses Risiko verbunden. Dank moderner Narkose- und Überwachungstechnik sowie sicherer Medikamente kann das Restrisiko minimiert werden. Für kurze Eingriffe eignet sich die Injektionsnarkose, hier wird ein Narkosemittel gespritzt, die Wirkung hält jedoch nicht allzulange vor.

Bei längeren Eingiffen kommt bei uns die sichere und gut steuerbare Inhalationsnarkose mit Hilfe eines Narkosegerätes zur Anwendung. Der Vorteil liegt in einer optimal steuerbaren Narkosetiefe mit der Möglichkeit der automatischen Beatmung. Nach dem Ende der Narkose sind die Patienten auch schneller wieder wach. Während der Narkose werden mit unseren Überwachungsmonitoren alle lebenswichtigen Funktionen wie Puls, Atmung, Herztätigkeit, Körperinnentemperatur, Sauerstoffkonzentration im Blut und Gasaustausch in der Lunge ständig überwacht. Alle Patienten bleiben so lange in meiner Obhut, bis sie vollständig wieder aus der Narkose erwacht sind.

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Kastration oder Sterilisation

Zunächst eine Begriffserklärung:

Kastration:
Hier werden die Keimdrüsen, also beim männlichen Tier die Hoden und beim weiblichen Tier die Eierstöcke entfernt. Die hormonelle Aktivität verschwindet.

Sterilisation:
Bei der Sterilisation werden die Keimdrüsen NICHT entfernt, es werden lediglich der Samenstrang bzw. der Eileiter unterbrochen und damit das Tier unfruchtbar gemacht. Die hormonelle Aktivität bleibt erhalten, das bedeutet, die Hündin würde weiter läufig und die Katze weiterhin rollig werden.
Umgangssprachlich wird bei weiblichen Tieren immer wieder der Begriff "Sterilisation" verwandt, genau gesehen ist es jedoch auch eine Kastration, denn man will ja erreichen, daß die Tiere nicht mehr läufig bzw. rollig werden.

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Kastration oder Pille?

Katzen werden bei nicht stattfindender Befruchtung alle 2 bis 3 Wochen rollig. Die sogenannte Katzenpille muß wöchentlich gegeben werden. Eine lebenslange Behandlung ist aus medizinischer Sicht nicht empfehlenswert, da durch die ständige Hormonzufuhr tumoröse Veränderungen am Gesäuge entstehen können. Eine Kastration ist auf ein Katzenleben hochgerechnet auch finanziell günstiger als die Pillengabe.


Eine Hündin wird alle 7 Monate läufig. Die "Pille" gibt es hier in Form einer Spritze, die zwei Monate vor der erwarteten Läufigkeit und dann in Intervallen von 5 Monaten gegeben werden muß. Ebenso wie bei der Katze ist die Läufigkeitsunterdrückung auf Dauer mit gesundheitlichen Risiken verbunden.

Kastration bei HündinnenLäufigkeitsunterdrückung bei Hündinnen

Vorteile:

wenn die OP vor bzw. kurz nach der ersten Läufigkeit erfolgt, kann das Risiko der späteren Bildung bösartiger Tumore im Gesäuge auf ein Minimum reduziert werden

keine Läufigkeiten und damit keine Scheinschwangerschaften mehr

kein unerwünschter Nachwuchs

kein Risiko einer Not-OP bei der Entstehung einer lebensbedrohlichen Gebährmuttervereiterung

Vorteile:

keine OP mit Vollnarkose nötig

Hündin kann später noch

Welpen bekommen

Nachteile:

es ist eine OP mit Narkose erforderlich (mit Narkosegerät und Monitoring ist das Narkoserisiko jedoch sehr gering)

durch Umstellung des Stoffwechsels neigen kastrierte Hündinen zur Gewichtszunahme (eine Regulation über das Futter ist gut möglich)
bei einigen Rassen (z.B. Cocker Spaniel) ist die Bildung eines flaumartigen "Babyfells" möglich

bei größeren Hündinen ist im Alter ein Harnträufeln möglich (meist ist eine medikamentelle Behandlung erfolgreich)

kein Nachwuchs mehr möglich

Nachteile:

Risiko der Bildung einer lebensbedrohlichen Gebährmuttervereiterung und damit Notoperation nötig

Bildung bösartiger Tumore im Gesäuge möglich
eine regelmäßge und lebenslange Behandlung ist nötig

Auslösen von anderen Erkrankungen möglich (z.B. Störung des Wachstumshormons, Diabetes mellitus)

die Behandlungskosten sind auf Dauer viel höher als bei einer einmaligen OP

Oben genannte Vor- und Nachteile sollen Entscheidungshilfen sein und treffen nur für Hündinnen zu. Bei Katzen ist eine Kastration ohne Nachteile und hilft, das alljährliche Schicksal ungewollter Nachkommen zu verhindern!

Operationsmethoden - herkömmliche oder endoskopische Kastration?

Die herkömmliche Operation zur Kastration einer Hündin geschieht durch einen je nach Größe des Tieres unterschiedlich langen Bauchschnitt mit Eröffnung und Manipulation in der Bauchhöhle.

Alternativ bieten wir auch die minimalinvasive endoskopische (laparoskopische) Kastration an. Hier werden nur drei kleine Zugänge von ca. 0,5 cm Länge benötigt. Ein Zugang dient der Einführung der Optik, die zwei weiteren zur Einführung der Instrumente. Der Vorteil dieser Schlüsselloch-Chirurgie besteht in einem deutlich verringertem Wundreiz und Wundschmerz, wodurch das Risiko einer Wundinfektion durch Lecken an der Wunde erheblich gesenkt wird. Ebenso werden die Bauchorgane durch die wesentlich geringere Manipulation weniger gereizt, woraus auch hier deutlich geringere Schmerzhaftigkeit resultiert. Im Gegensatz zur OP mit großen Bauchschnitt sind die Hunde nach der laparoskopischen OP sofort wieder belastbar und bedürfen keiner mehrtägigen Schonung.

Auf Wunsch können wir für Sie die Operation auch auf DVD aufzeichnen.

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Magendrehung - kann man vorbeugen?

Bei großen Hunderassen kommt es häufig zur sogenannten Magendrehung. Diese akut lebensbedrohliche Erkrankung entsteht dann, wenn der Hund große Mengen an quellfähigem Futter aufnimmt. Es kommt zu einer Magenüberladung und durch die sehr lockere Aufhängung des Magens kann es zu einer Drehung des Magens um seine Längsachse, mitunter auch zur gleichzeitigen Abknickung der Milz kommen. In der Folge bläht der Magen auf und drückt dadurch sämtliche Blutgefäße im Bauchraum ab.
Diese Erkrankung ist ein absoluter Notfall und muß so schnell wie möglich behandelt werden. Anzeichen für eine Magendrehung sind der Versuch zu erbrechen, starker Speichelfluß, gestörtes Allgemeinbefinden sowie eventuell ein aufgeblähter Bauch. Vorbeugen können Sie, indem Sie die Futterration auf zwei Mahlzeiten am Tag aufteilen, Trockenfutter mit Wasser vorquellen und dem Hund im Anschluß an das Fressen absolute Ruhe gönnen (kein Toben oder Spielen).

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Krankenversicherung für´s Tier?

Auch für Tiere gibt es verschiedene OP-Krankenversicherungsmodelle mit und ohne Selbstbeteiligung je Schadensfall. Die monatlichen Beiträge für eine Katze liegen zwischen 3,50 EUR (mit Selbstbeteiligung) und 5 EUR (ohne Selbstbeteiligung). Für Hunde entsprechend zwischen 11 EUR (mit Selbstbeteiligung) und ab 13 EUR (ohne Selbstbeteiligung). Die Versicherung übernimmt die Kosten der Operation des 1-bzw. 2-fachen Gebührensatzes zu 100 Prozent, inclusive der vorherigen Untersuchung sowie der Nachsorge.

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Der Fuchsbandwurm - eine Gefahr für Menschen?

Der kleine Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist ein nur wenige Millimeter großer fünfgliedriger Bandwurm, der überwiegend im Dünndarm des Fuchses vorkommt. Dieser Parasit gehört zu den kleinsten aber auch gefährlichsten Krankheitserregern beim Menschen. Als sogenannte Zwischenwirte können auch Hunde und Katzen als Überträger des Bandwurmes für uns gefährlich werden.

Der Mensch kann sich zum Beispiel durch den Verzehr ungewaschener bodennaher Waldfrüchte, aber auch durch engen Kontakt mit infizierten Haustieren anstecken. Im Darm des Menschen entwickelt sich aus dem Wurmei eine Hakenlarve, die in das Blutgefäßsystem eindringt und schließlich zur Leber gelangt. Dort wächst diese Larve sehr langsam zur sogenannten Finne heran. Diese Finne verhält sich wie ein bösartiger Tumor und zerstört die Leber. Auch andere Organe wie Lunge oder Gehirn können davon betoffen werden. Diese Krankheit, auch alveoläre Echinokokkose genannt, entwickelt sich beim Menschen langsam über viele Jahre hinweg.

Vorsichtsmaßnahmen:

Die Eier des Fuchsbandwurmes sind sehr widerstandsfähig. Selbst Gefrierschranktemperaturen oder handelsübliche Desinfektionsmittel töten diese Eier nicht ab. Das Abwaschen von Nahrungsmitteln vermag das Infektionsrisiko zu senken, jedoch nicht zu verhindern. Nur das Kochen zerstört die Parasiten vollständig! Exakte Angaben zum Vorkommen der Echinokokken beim Hund sind sehr schwierig zu ermitteln. Aus diesem Grund ist neben hygienischen Maßnahmen eine regelmäßge Entwurmung unserer Haustiere ein wichtiger Bestandteil der Vorbeugung.

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